Panel B 14 Uhr
- Redeeinleitung von der Moderation (Redeverhalten, Orga)
- Impulsreferat Daniel :
o Siehe ausformuliertes Referat
- Moderation: Weg mit BA/MA oder (verbesserte) hUmsetzung des Bologna-Prozesses?
- Prof. Häuser: Einigkeit über die vom Bologna-Prozess intendierten Ziele wie Verkürzung des
Studiums wegen zu hoher AbbrecherInnenquote, was kritisch ist nur die Umsetzung, Länge
des BA, Modulstruktur, Kontrolle als studentisches Argument, auch Berücksichtigung der
höheren Studierendenquote ca. 3-4 % (zu seiner Studienzeit) auf bis zu 40 %, studentische
SenatorInnen achten am schärfsten auf Einhaltung der Prüfungsordnungen, internationaler
Zusammenhang des Bologna-Prozesses: EU nicht nur wirtschaftlicher Raum, sondern auch
gemeinsamer Hochschulraum als Konsens, weg von nationaler Eigensinnigkeit; Importmodul
(?) als Schwierigkeit, ans SMWK: Hochschulpakt zwingt zum Halten der Studierendenzahlen
von 2005, als an dieser Uni BA/MA noch nicht eingeführt war, Aussage Stange „mittlerer
Weg“, andere Zahlen
- Germanistikstudent: Abbrechende in Abschlüsse bringen nicht als Ziel, Studienabbruch als
Geschichte des Misserfolgs versus Neu-/Umorientierung, Studienbiographie mit mehreren
Fächern auch positiv, BA als Regelabschluss zu Lasten der Abschlussqualifikation und der
Einstellungsbedingungen, internationale Vergleichbarkeit faktisch nicht gegeben, „nationaler
Eigensinn“ in der Interpretation der Bologna-Papiere; nicht von Sachzwanglogik der BAEinführung
blenden lassen, wer soll Germanistik-BA, Chemie-BA einstellen? Schnelligkeit des
Verfahrens der Einführung problematisch
- PoWi-Student: was ist damit gemeint den BA abschaffen zu wollen? Intendierte Ziele völlig
egal, die Äußerungen dazu von Frau Schavan sagen mehr über sie selbst als über irgendwas
anderes aus, Fokus sollte statt dessen auf den Problemen mit dem BA-System liegen (wie
erschwerte Selbstbestimmung)
- Lehramt Gemeinschaftskunde-Student: Widerspruch zu Prof. Häuser: Verkürzung des
Studiums nicht wünschenswert, Vorschlag BA von 8 Semestern, prüfungsfreies 1. Semester
- Olaf Hirschfeld Zentralverwaltung der Uni: gesellschaftliche Verantwortung der Uni hat sich
geändert mit der Gesellschaft insgesamt: soll bilden UND ausbilden in einer zügigen Form,
größter Teil der Studierenden soll nach einer gewissen Zeit abschließen, damit ist natürlich
Freiraumeinengung verbunden;
- PoWi-Studentin: Uni muss schon lange bilden und ausbilden, aber Bildung wird nicht
thematisiert, nur noch Ausbildungsfokus, wie auch in der Tagesschau zum Bildungsstreik
gesagt „streiken für bessere Ausbildung“; kann die Uni Leipzig Bildung noch leisten?
- Lehramt Gemeinschaftskunde/Deutsch-Student: der Wirtschaft geht die Arbeit aus, müssen
sich die Universitäten da nicht auf Bildung konzentrieren? Weg von dem alleinigen Fokus auf
Arbeit im Zentrum der Gesellschaft; geringes Selbstbewusstsein der Universität, wenn sie
sich an den AbsolventInnenzahlen orientiert und freies Denken nicht einfach fördert und
einfordert
- Physik-Student: kritisches Denken bei NaturwissenschaftlerInnen gefordert, Reduktion auf
Formeln und Faktenwissen in den 3 Jahren BA, keine echte Auseinandersetzung mit dem
Fach
- Sven: gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen auch in der Beschäftigung mit
gesellschaftlichen Problemen wie sozialen Ungerechtigkeiten und Naturkatastrophen;
dagegen steht die Verantwortung der Hochschulen für die Wirtschaft, die abzulehnen ist;
Zweiklassentrennung durch BA/MA als heutiges Prekariat
- Lehramt Förderpädagogik/Deutsch-Studentin: problematischer BA im Lehramtsstudium,
Bildung ist nicht explizit Thema. Sollen LehrerInnen gebildet oder ausgebildet werden?
Problematik der mangelnden Wissenschaftlichkeit im BA/MA, wie soll man da promovieren
können? Problematik der Mobilität: BA nicht berufsqualifizierend, Masterplätze nicht
ausreichend
- PoWi-Student: Leitbild der Uni Leipzig nicht mehr umsetzbar, also gescheitert
- Moderation: nicht nur Studierende sollten sich äußern, wir wollen eine echte Diskussion,
keinen Kritik-Schlagabtausch
- Philosophie-Studentin: Mitbestimmung der Forschungsinhalte durch Wirtschaft und
gegenseitiges Profitieren, da sollte gesellschaftliche Verantwortung sich widersetzen;
Verwertungslogik durch BA/MA, Verkürzung der Studienzeit für die Quote; Widerspruch
zwischen guten Studienbedingungen (Bologna) und Studierendenzahlen/Massenuniversität
(Hochschulpakt) – Hat sich die Massenuniversität überlebt?; Studentische SenatorInnenzahl
sollte nicht reduziert werden
- Doro: Diskussion zu abstrakt, statt dessen Debatte über Umsetzung BA/MA wie
Schlüsselqualifikationen, Wahlbereich, Lehramt – es können nur gemeinsam Lösungen
gefunden werden
- Dr. Ronald Werner (SMWK): Bildung-Ausbildung: im Hochschulgesetz Studienziel § 15 „auf
berufliche Tätigkeitkeitsfeld “ vorbereiten, Bildung soll natürlich vermittelt werden,
wissenschaftliches Arbeiten und künstl. Kompetenz etc.; Bologna-Prozess soll nicht
zurückgenommen werden, sondern verbessert: Prüfungslast anscheinend zu hoch, müsste
überarbeitet werden, Ansätze zur Erleichterung sollen mit den Hochschulen diskutiert
werden; Stichwort Mobilität: flexible Anrechnungsmöglichkeiten müssen „in den nächsten
Jahren“ erarbeitet werden, noch zu engherzige Herangehensweise der einzelnen
Hochschulen; Studienkommission als Möglichkeit studentischer Selbstbestimmung im neuen
Hochschulgesetz; Wirtschaftsabhängigkeit und Forschung: nationaler Wettbewerb misst
Einwerbemittel durch Firmen, DFG-Gradmesser für die Qualität von Forschung –
Exzellenzinitiative, Universitäten sind öffentliche Einrichtungen und sollten deshalb ruhig
Forschung betreiben „von der auch Unternehmen etwas haben“ (?); Studierendenzahl 2003
zu hoch für die Kapazitäten, Hochschulpakt in der 1. Förderphase bis 2010,
Studienzahlzuwachs in den alten Ländern soll durch weniger Studierende in den neuen
Ländern ausgeglichenwerden (?), 300 Stellen konnten in Sachsen erhalten werden, allerdings
sind mit der Doppelbelastung Magister und BA mehr Kapazitäten nötig, dafür wird mehr Geld
zur Verfügung gestellt
- Prof. Fach: Situation ist unkomfortabel, aber was machen wir draus?; Abbruchabschluss
widerspricht dem Vorwurf, die BA können „nur“ Atombomben bauen, entweder sie sind
SpitzenwissenschaftlerInnen oder sie sind eigentlich Abbrecher; gesellschaftliche
Verantwortung ist nicht tragbar in „unserem kleinen Studium“ und widerspricht dem
zweckfreien Studium, beides ist Quatsch; Uni hat nicht die Aufgabe der Arbeitsgesellschaft
irgendwie gerecht zu werden und auch nicht, den europäischen Hochschulraum zu schaffen,
die Uni hat eigene Ziele; Ausbildung ist die Forderung der Studierenden und Ziel der
Universitäten, große Masse von Studierenden sind von Bildung statt Ausbildung frustriert,
wir können nicht alle Probleme gleichzeitig lösen, da wir lineare Wesen sind. Frage des
Tages: wie kann unsere Universität verbessert werden?
- Psychologie-Studentin: Anforderungen der Studierenden an ihr Studium differieren
tatsächlich sehr stark, lieber sollten wir über den 4jährigen BA wie im anglo-amerikanischen
System und in Naturwissenschaften in Süddeutschland
- PoWi-Student: Podiumsdikussion am vergangenen Samstag: Dr. Oetker als
Wirtschaftsvertreter vergaß das Bedürfnis (eines Kindes) Liebe, analog dazu Freiheit (im
Studium). Zweckrationalität von Fächern wie PoWi und Büchern sollten nicht über deren
Existenz entscheiden, Produktion ist keine Kategorie für Universität, Freiraum für
Universitäten und für Studierende, Freiheit von Rationalitätszwang; Bildung wichtige
Kategorie bei der Verbesserung der Universitäten. Aber wir sollten konkreter werden in der
Diskussion, auch da Verantwortliche aus dem Rektorat und vom SMWK anwesend sind.
Gremien fühlen sich teilweise für die Mitwirkung teilweise nicht verantwortlich. Image-
Kampagne 7 Mio ist Geld das fehlt für Studium und Universität
- Ethnologie/Afrikanistik/Hispanistik-Student: Stellen erhalten reicht nicht, es sind viel zu
wenige
- WiWi-Student: tatsächlich wollen viele StudentInnen Ausbildung. Für diese gibt es aber die
Fachhochschulen. Die Uni sollte das Selbstbewusstsein haben, zu sagen: wir bieten Bildung,
wer Ausbildung will, ist hier falsch.
- Lehramtsstudentin: 8 Semester BA
- PoWi-Student: Gremienuniversität hat Honorationenuniversität abgelöst, wird aber nun
zunehmend zur Präsidialuniversität wie in Zürich (keine Mitsprache, nur Abwahlmöglichkeit);
Vorschlag, an der Tafel konkrete Verbesserungsvorschläge zu sammeln, dazu ist aber auch
Einigkeit über Ideale notwendig
- Philosophie-Studentin: Ausbildung meint oft auch nur Bildung und Bildung ist Selbstzweck,
Interesse an einem Gebiet, ob theoretisch oder praktisch, führt ja oft auch zum Arbeiten in
diesem Gebiet; Verbindung von Theorie und Praxis kommt nicht genügend zur Geltung im
BA-Studium; warum wollen denn so viele eine Arbeitsplatzqualifikation? Gesellschaftliche
Zusammenhänge deutlich – darüber sollte an einer Uni diskutiert werden; MA als
Regelabschluss statt 4-Jahres-BA (der auch in USA nicht gut funktioniert – 1-Jahres-MA wäre
Quatsch) mit der Option eines früheren Abgangs nach BA; Stärkung der Studienkommission
schön und gut, aber die Studierenden haben keine ausreichende Zeit, sich einzubringen und
gleichzeitig zu studieren; Ausbildung nicht nur an der FH und Bildung an der Uni – Grenzen
sollen aufgehoben werden (sonst elitäres Denken) ; Wahlbereich: sollte diskutiert werden
- Reaktion auf Prof. Fach: Miniprobleme (wie Workload) versus Weltprobleme, Weltprobleme
lösen zu schwer, es gibt aber schlimmere Miniprobleme als Workload, wie den Wahlbereich
oder Ausrichtung der Forschung an Wirtschaft (Exzellenzinitiative)
- Dozentin EWI: Ausbildung versus Bildung: Humoldt’sches Ideal der Zweckfreiheit meint
Selbstzweck; Unterscheidung von Zweck und Mittel: Ausbildung ist Mittel zum
selbstbestimmten Lernen (?)
- Lehramtsstudent: An Prof. Fach: Warum vergibt die Uni Räume für eine einmalige
Mietzahlung auf 99 Jahre an privatwirtschaftliche Mieter? Uni sollte für freien Austausch der
Menschen da sein – öffentliche Räume für Studierende in Selbstverwaltung, wird im
nächsten Semester gefordert
- Doro: Frage der Vermietung der Räumlichkeiten eher an das Land Sachsen, die Uni finanziell
so auszustatten, dass solche Wirtschaftsmaßnahmen nicht nötig sind; Leute, die Ausbildung
wollen, sollen nicht an die FH, das Problem liegt eher im vorher durchlaufenen
Bildungssystem, wo kein Interesse geweckt wird; Lösungen für Studierende mit Kind, mit
Einschränkungen, arbeitende Studierende – weniger enge Zeitfenster!; Hochschulpakt sollte
nicht zu Lasten der Qualität des Studiums gehen; Akkreditierung nicht als Ausrede
(Sachzwänge); Diskussion über die Organisation des BA, StuRa und Unileitung arbeiten weiter
daran, Forderung: Schulungen für Menschen, die in Gremien arbeiten, studentische
Mitbestimmung soll voll ausgeschöpft werden
- Germanistikstudent: Problem der Mobilität: Wechsel nicht so sehr zwischen BA und MA
intendiert, eher Auslandssemester, daran hängt aber die Anerkennung mit dem ECTSSystem,
soz. Mobilität: Hochschule nimmt mit der Rücksicht auf Wirtschaft keine Rücksicht
auf soziale Ungleichheiten, Präsenzstudium mit 40 h/Woche während der Vorlesungszeit
nicht das einzige Modell; Ausbildung tut etwas mit einem Menschen, versetzt in Abschlüsse,
Bildung ist auch eine mögliche langfristige Tätigkeit
- PoWi-Student: Diskussion zu allgemein, […]
- Lehramtsstudent: Kernaufgabe der Uni, zur Mündigkeit zu erziehen; nicht auf Arbeitsmarkt
ausrichten, Liste konkreter Forderungen engt den kritischen Protest ein, da die Ideale
dahinter nicht sichtbar werden, mindestens sollte auf die Reflexion über Bildung auf dieser
Liste verwiesen werden
- Prof. Fach: nicht kein Interesse an Woarkloads oder angebliche Versklavung von Studenten…
aber so etwas muss im Seminar/Fakultätsrat/Fachschaftsrat etc.; Dr. Oetkers Aussage war
unglücklich, Starbucks in der Uni bedeutet nicht Kommerzialisierung der
Universitätsausbildung, Bsp. Firestone-Library in den USA, Bsp. United Parcel Service
Professur für kritischen Denker (WER?), kein Einfluss auf Inhalte, Kommerz gibt es, aber er ist
nicht schädlich; Bildungsziel würde verfehlt und Uni würde in Ausbildung für Firmen
abgleiten: Uni ist eine Theorie-Anstalt, es gab mal an verschiedenen Orten Bestrebungen,
PraktikerInnen an die Uni zu holen; unsere Ausbildung ist wegen Theoriehaltigkeit der
Fachhochschulausbildung an Flexibilität überlegen; wer soll uns ein selbstbestimmtes
Studium bezahlen = aristokratisches Ideal, dieses Ideal ist pervertiert worden z.B. von den
Burschenschaften
Tafelzusammentrag für weitere Themen in nächsten Debatten/Kongress:
To-Do-List
- Universität soll grundständige Studiengänge einrichten vom Bachelor in den Master ohne
Bruch (Master als Regelabschluss) (Bachelor 8 Semester?)
- Kein Prüfungsdruck im ersten Semester/ Einführungsveranstaltungen zur Einführung in die
Wissenschaftsgebiete bzw. Metawissenschaftliche Betrachtung/ Altsemester als
OrganisatorInnen solcher Veranstaltungswochen
- Wahlbereich/ Zweitfach (Bachelor – Lehrer?)
- Strukturelle Änderungen an der Uni (Zusammenlegung von Fakultäten etc.)
- Prüfungsdruck
- Paritätisch besetzte Hochschulgremien
- Studierende müssen mit gültigen Studienordnungen immatrikuliert werden und an diesen
auch konkret mitwirken können
- Ausfinanzierung
- Prekäre Beschäftigungsverhältnisse: Seminar von DoktorantInnen, die schlecht entlohnt
werden
- Kritische Akkreditierung
- Elternunabhängiges Bafög
- Rolle der Universität überdenken/ gesellschaftliche Verantwortung ja – nein
- Universitärer Anspruch, dem die Uni gerecht werden sollte (Begriffsklärung: Bildung &
Gesellschaft)
- Aus Arbeitsmarktlogik heraustreten bzw. Überdenken
- Gegen Studiengebühren
- Treffen mit Studiendekanen zwecks Wahlbereich organisieren und ersten Probleme konkret
angehen Erweitern auf eine breite Masse an Beteiligten: Studierende, Dozierende,
- Selbstverwaltete stud. Räume
- Schlüsselqualifikation
- Lehramt diskutieren (Übergang zum Master – Polyvalent)
- Bachelornote Zusammensetzung?
- Rechtliche Sicherheit für die StuKos
Fach: einige Punkte nicht direkt einschlägig und bedarf langfristiger Situation:
Direkt:
- Prüfungslast/ Erstsemesterprüfung
- ein Jahr Orientierungsphase/ 4jährige Bachelor
- Wahlbereich (2.)
- Schlüsselqualifikationen (Kernelement von Bacheloransprüchen)
- Lehren in Modulen (inhaltliche Modularisierung als Chance: Theorie – Praxis,
Themenschwerpunkte…) (1.)
-
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