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Bafög Föderungsdauer

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Bafög-Förderungdauer

 

 

Ein Studium ohne finanzielle Sorgen? Ein Traum oder Realität für viele Studierende? 

 

Grundsätzlich ist zu sagen, dass durch die Bafög-Förderung ein Studium ohne finanzielle Sachzwänge für viele Studierende möglich ist. 

Eine beträchtliche Anzahl von Studierenden bekommt eine Teilfinanzierung durch den Staat, jedoch ist diese Förderung mit einigen Beschränkungen verbunden, die es vielen Studierenden enorm erschweren diese Unterstützung bewilligt zu bekommen.

Die Bafög-Förderung besteht zur einen Hälfte aus einem Zuschuss und zur anderen Hälfte aus einem zinslosen Darlehen. Der gezahlte Betrag ist von verschiedenen Faktoren abhängig, wie zum Beispiel dem Einkommen der Eltern, dem eigenen Einkommen, Anzahl und Beschäftigung der Geschwister, etc. Die Förderungsdauer entspricht im Normalfall der Regelstudienzeit des entsprechenden Studienganges, allerdings kann sie in einigen Fällen verlängert werden.

Förderungsverlängernde Gründe sind in §15 (3) des Bundesausbildungsförderungsgesetzes festgelegt. Gründe für eine Verlängerung können die Mitwirkung in Gremien und Organen an der Hochschule, Organen der Selbstverwaltung der Studierenden und im Studentenwerk, das Nichtbestehen der Abschlussprüfung, Krankheit, eine Behinderung, Schwangerschaft oder die Pflege und Erziehung eines Kindes sein.

 

Die Verlängerung der Förderungsdauer unterliegt jedoch einigen Einschränkungen. So ist es einem studentischen Elternteil zugewilligt Bafög auch innerhalb der Schwangerschaft zu beziehen und auch anschließend in der Erziehungszeit. Die Förderung ist jedoch auf eine einmalige Verlängerung der Förderungszeit um ein Semester innerhalb der ersten 10 Lebensjahre eines Kindes beschränkt.  Ausnahme dieser Klausel wäre eine weitere Schwangerschaft der Studentin in dem bewilligten Verlängerungszeitraum.

Es ist ebenfalls ein Verlängerungsgrund wenn ein Kind aufgrund von Behinderung oder Krankheit gepflegt werden muss, jedoch nicht die Pflege eines anderen nahestehenden Verwandten oder Freundes (OVG Hamburg, 1984). 

 

Verzögerung im Studienverlauf, welche zur Verlängerung der Studiendauer führen, kann nur dann gefördert werden, wenn das Nachholen des entsprechenden Moduls den Zeitraum bis zur Absolvierung der Abschlussarbeit überschreitet. Dabei kann es zu einer zusätzlichen Verzögerung von 4 Semestern kommen, grundsätzlich sind dabei jedoch Urlaubssemester auszuschließen. 

 

Im Formblatt 5 muss im 5. Semester ein Nachweis über die bisherigen Studienleistungen erbracht werden, um zu belegen, dass mensch sich innerhalb der vorgesehenen Regelstudienzeit und somit innerhalb des zu bewilligenden Förderungszeitraumes befindet. Möchte ein/e Studierende/r jedoch in einem Semester zugunsten der Vertiefung eines Themengebietes auf ein Modul zu verzichten, wird er/sie somit nachträglich für sein/ihr Interesse am Studium gestraft, da er/sie dies aus keinem der vorgesehenen Verlängerungsgründe getan hat und muss somit die überschrittene Zeit selbst finanzieren. 

Daüber hinaus führt das Nichterhalten eines für den Bachelorabschluss notwendigen Teilmodules (aufgrund von schlechten Einschreibebedingungen und schlecht organisierter Vergabe von Modulen) automatisch zu einer Verlängerung der Studienzeit, da Module zumeist fest eingetaktet im 2-Semester-Rhythmus angeboten werden.

 

Nach dem Bachelorabschluss sollte ein Wechsel der Studienrichtung in eine andere  Masterausrichtung möglich sein. Abgesehen von den Zulassungsvoraussetzungen und der Anerkennung von bisher erbrachten Studienleistungen innerhalb einer Universität, bzw. zwischen verschiedenen Universitäten, ist es ausgeschlossen in einem nicht-konsekutiven Studiengang gefördert zu werden. 

 

Finanzielle Chancengleichheit ist nicht nur in oben genannten Fällen nicht gegeben, sondern generell. Studierende, deren Eltern nach Meinung des Bafögamtes genug verdienen, um ihre Kinder weiterhin finanziell zu unterstützen, bekommen keine Bafög-Förderung. Viele müssen neben dem Studium arbeiten, da sie von ihren Eltern kein Geld erhalten. Die finanzielle Unterstützung durch die Eltern könnte eingeklagt werden, was aber kaum jemand tut (Wer möchte schon seine/ihre Eltern verklagen?).

Dies alles sind unhaltbare Zustände, die ein selbstbestimmtes Studium eher behindern, als fördern! Und wer nebenbei arbeiten muss, kann sich nicht in vollem Maße auf das Studium konzentrieren, wodurch sich die Studienzeit erheblich verlängern kann oder die Studienleistungen leiden.

 

Wer sein/ihr Studium vertieft und sich in besonderem Umfang mit Themen auseinandersetzt, sollte auch weiterführend gefördert werden und nicht finanziell abgestraft werden. 

Studierende sollten sich nicht für ihre Studieninhalte und den „planmäßigen“ Verlauf vor dem Bafögamt rechtfertigen müssen. 

Zusätzliches soziales oder politisches Engagement sollte in unserer Gesellschaft gefördert werden. 

Alle Studierenden sollten unabhängig der finanziellen Situation ihrer Eltern Anspruch auf staatliche Förderung haben. In Norwegen beispielsweise erhält jede/r Studierende unabhängig vom Einkommen der Eltern den gleichen existenzsichernden Betrag.

Nur mit einer mit einer gesicherten finanziellen Grundlage kann die Qualität der Bildung und persönliches Weiterentwicklungspotenzial gefördert werden, und Bildung wird nicht nur auf Struktur ausgerichtet, sondern auf persönliche Interessen und Neigungen.

 

 

Quelle: Bundesausbildungsförderungsgesetz

 

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